Aus den genannten Gründen wäre mir eine wasserführende Anlage zu heikel. Bei einer Auslegungsaußentemperatur von -21 °C ist vermutlich damit zu rechnen, dass die Temperatur oft unter -25 °C, der Einsatzgrenze der Nordic Etherea, fällt. Die Panasonic HZ flagship und Fujitsu Nordic kommen bis -35 °C. Mit Luft-Luft-Wärmepumpe hat man darüber hinaus preiswert die Möglichkeit, mehrere Geräte zu installieren, was eine erhebliche Redundanz und Betriebssicherheit bedeutet. Beim Ausfall einer zentralen, wasserführenden Heizung besteht Handlungszwang. Fällt eine von zwei oder drei Luft-Luft-Wärmepumpen aus, bekommt man das Haus noch warm und den Handwerker kann man nach dem Wochenende oder den Feiertagen rufen.
Posts by Erwin Blau
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Ist das Nachfüllen des Heizungswasser etwas das man als Besitzer regelmäßig machen muss/soll
Druck prüfen. Wenn der Druck zu niedrig ist, kann die Heizung auf Störung gehen - nicht so schlimm, aber ein kaltes Haus kann unangenehm sein. An den Schaufelrädern der Wasserpumpen können bei zu geringem Druck Schäden durch Kavitation entstehen. Deshalb muss auf Normdruck nachgefüllt werden. Hier wird erklärt, wie man das jahrzehntelang gemacht hat, die Anschlüsse haben das gleiche Gewinde wie Wasch- und Spülmaschine. Die entsprechenden Schläuche lassen sich dafür nutzen. Bei Neuanlagen sind Systemtrenner vorgeschrieben, damit keinesfalls Heizungswasser und Trinkwassernetz gelangen kann. Den Schlauch musst du deshalb unmittelbar nach dem Füllen sofort wieder vom Hahn trennen. Die modernen Geräte verlangen auch aufbereitetes Wasser nach VDI 2035. Dafür kann man Vollentsalzungspatronen kaufen, die die gleichen Gewindeanschlüsse haben. Wem die regelmäßige Prüfung des Drucks zu viel Arbeit ist, lässt das einen Techniker machen, der gleich auch nachfüllt oder ein automatisches Füllgerät installiert.
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Hab noch einen stehen vom Nachbar. War ein fehlkauf Typ 33 180x50. Hab dann zum Boden noch 8 cm Platz. Und zum Fenster auch. Denke der macht dann mehr Sinn im Wohnzimmer oder?
Laut Heizkörperrechner leistet Typ 33 180x50 960 W, wo Typ 22 300x30 858 W liefert. Trotz deutlich kürzerer Bauform also 100 W mehr. (Beispielrechnung mit Vlt 40 °C, Δt = 5 K, Raumtemperatur 20 °C)
Eine Heizlastberechnung gibt Auskunft, in welchen Räumen es bei sukzessiver Absenkung der Vorlauftemperatur zuerst zu kühl werden würde und ein Heizkörpertausch am sinnvollsten ist. Ich denke, mit deinem vorhandenen Material inklusive neu gekaufter und vom Nachbarn beschaffter Heizkörper lässt sich eine passable Lösung entwickeln.
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Ja, der Wohnzimmer HK mit 30cm Höhe wird eine Lösung benötigen.
Ich habe mal einen derartigen gesehen, der direkt auf dem Boden stand 🙄 Konvektion: Fehlanzeige. Oder: schlimmer geht immer.
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Bei ~10 Heizkörpern ist der Mehrpreis, bezogen auf die Gesamtsumme der WP Installation , rel. gering und mit dem Umbau holst du dir niedrigen Vorlauf. Der Aufpreis der 33er ist nach wenigen Jahren wieder drin.
In DIY könnte man das 9er-Modell für 4000 € inklusive Anschlussmaterial) + Elektriker einbauen. Das Upgrade aller Heizkörper würde den Preis verdoppeln. Kann sich dennoch lohnen - durchrechnen. Einige (Küche) müssen vermutlich ohnehin größer oder mit Lüftern ausgestattet werden. Jedes Grad weniger Vorlauftemperatur bringt höhere Effizienz. Je höher die gewünschte Wohnraumtemperatur, desto eher ist das genannte Upgrade ratsam.
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Wir können ja mal etwas in der Glaskugel lesen:
NAT z.B. in Homberg Efze sind frische -12 °C
Größe der Wärmepumpe: 2300 l - etwa 18400 kWh Wärme (davon einiges mit vermutlich mittelprächtigem Wirkungsgrad für Warmwasser) Bei bewusst knapper Auslegung würden für 95 % der Zeit vermutlich 5 kW genügen, insbesondere wenn Warmwasser dann nur noch mit der BWWP gemacht wird. Bei geplanter Vollnutzung der oberen Etage sind die 9 kW von bstone realistisch. Mit dem genauen Wandaufbau, der Jahresgradzahlverteilung am konkreten Ort und gewünschter Innentemperatur kann man das präzisieren. Eine Heizlastberechnung ist unerlässlich, der bisherige Verbrauch ist nur ein Anhaltspunkt.
Heizkörper: 11 Heizkörper (ohne Schlafzimmer und Vorratsraum) müssten dann durchschnittlich je ~ 500 W liefern, was insbesondere bei den kleinen knapp werden kann. Der Wohnzimmerheizkörper leistet laut dem Heizkörperrechner bei 20 °C Raumtemperatur, 40 °C Vor- und 35 °C Rücklauf etwa 800 W. Von den Heizkörpern her könnte es für das Gesamthaus also funktionieren, einzelne müssten eventuell getauscht oder ertüchtigt werden.
Hydraulik: konservativ angenommene 9 kW brauchen bei 5 K Spreizung einen Volumenstrom von 26 l/Minute, pro Heizkörper also ~ 2,5 l/min. Deine Verrohrung ist zwar nicht so üppig, wie man es für die Wärmepumpe gerne hätte, es bestehen nach meinem Verständnis aber reelle Chancen, dass es klappen kann, "einfach" die Wärmepumpe an der Bestandshydraulik zu betreiben. Mit konkretem Förderdruck der Umwälzpumpe und genauen Rohrlängen sollte man das im Vorfeld genauer durchrechnen.
Neben 1-2 Kleinigkeiten, die beim Umbau auf WP zusätzlich zu beachten sind, muss dir klar sein, dass man, will man den Effizienz- und Kostenvorteil der WP nutzen, anders heizen muss. Es wird gleichmäßiger geheizt und die Thermostaten sind möglichst alle offen oder ganz ab. Geregelt wird möglichst weitgehend über die Vorlauftemperatur.
Die WP ins Warmwasser einzubinden, halte ich nicht für sinnvoll, weil das die Kosten und die Fehleranfälligkeit erhöht, ohne dass ein wesentlicher Effizienzgewinn zu erwarten ist. Die Heizspirale der Tesy dürfte ohnehin für den Anschluss einer WP unzureichend sein. Für Redundanz genügt der Heizstab.
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Muss eigentlich auch die Maximalleistung erreicht werden, oder gilt die Nennleistung als Zielwert, bzw. "ausreichend", um nicht als Mangel zu zählen?
Mit einer Spreizung von 5 K brauchst du 35 l/min Durchflussrate, um 12 kW zu transportieren. Das 2,7-fache von 16 l/min ist 43 l/min. Reichlich offene Heizkreise vorausgesetzt, sollte das passen.
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32er Rohre lassen bei gleichem Förderdruck 2,7 mal mehr Wasser durch als 25er. Deine Chancen stehen also gut. Berechnen könnte man das im Vorfeld, wenn man den Förderdruck der Umwälzpumpe und die restliche Hydraulik kennt.
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Ich habe jetzt mal bis aug das Schlafzimmer alle Heizkörper aufgedreht und die Heizkurve um 10°C abgesenkt. Ich werde es jetzt ma beobachten.
10 Grad auf einmal sind sehr viel. Gib dem System nach jeder Verstellung 1 - 2 Tage Zeit, sich einzupendeln. Neben dem Fußpunkt der Heizkurve kann man noch mit der Steilheit definieren, wie empfindlich die Vorlauftemperatur bei Veränderungen der Außentemperatur reagiert.
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Größerer Speicher - größerer Wärmeverlust. Parallelpuffer: Kosten und Stromvebrauch einer weiteren Pumpe. Je nachdem, wie die Speicher gebaut sind, ändern sich beim größeren Modell die Verluste durch Rücklauftemperaturanhebung wegen Vermischung. Letztere sind tückisch, weil der Wärmemengenzähler der Wärmepumpe sie nicht sieht. Die internen Zähler der WP zeigen vielleicht tadellose Werte, obwohl das Gesamtsystem ineffizient ist. Dann sollte man unbedingt einen externen Zähler hinter dem Puffer haben, um die Verluste zu Quantifizieren. Schau dir gerne auf YouTube die Videos von bonotos dazu an.
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Die WP hat 230 Starts seit Montage am 26.03.
Ich hatte das Wort "bis" überlesen und verstanden, die WP habe "heute 230 Kompressorstarts". 230 Starts in 4 Wochen bei mildem Wetter sind dann schon deutlich weniger dramatisch. Günstig wäre es, möglichst viele andere Heizkörper auch noch aufzudrehen. Falls es dann zu warm wird, kann die Vorlauftemperatur abgesenkt werden, was die Effizienz erhöht. Das kann paradoxerweise dazu führen, dass der Verbrauch nicht ansteigt, obwohl ein Zimmer zusätzlich geheizt wird. Auf jeden Fall wird das Takten dann weniger.
Beim Thema Vorlauftemperatur und hydraulischer Abgleich wirst du bestenfalls dein eigener Fachmann, weil du das System dann selbst optimieren kannst. Da der perfekte Abgleich zwar jeweils nur wenige Minuten, das aber mehrmals über Tage und Wochen braucht, kannst du bessere Ergebnisse erreichen als ein Heizungsbauer in einer Stunde.
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Hallo, willkommen im Forum
Dass auf 40 m² drei Heizkreise kommen, deutet auf große Rohrlänge oder großen Verlegeabstand hin. Beides ist in gewisser Weise problematisch.
- große Rohrlänge kann die Wärmepumpe mit ihrem gewünschten Mindestvolumenstrom in Bedrängnis bringen
- bei Verlegeabstand von 10 cm oder gar mehr braucht ihr 40 - 45 °C Vorlauftemperatur, um die 100 W/m² in den Raum zu abzugeben, die Oberflächentemperatur übersteigt dann angenehme Werte, wobei das subjektiv ist
Wenn der Trockenestrich genug Wärmeaufnahme- und abgabefähigkeit hat, um genug Abtauenergie bereit zu stellen, ist ein Pufferspeicher möglicherweise entbehrlich.
Bei der Wahl des Wärmepumpenmodells muss man also insbesondere auf den Mindestvolumenstrom und den Förderdruck der Umwälzpumpe achten.
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Hallo, willkommen im Forum.
Schön, dass die Wärmepumpe bei dir sparsam läuft. 230 Starts pro Tag klingt aber schon heftig.
Dazu mehrere Gedanken:
- Wenn die Heizkurve auf Werkseinstellung steht, hat der Installateur vermutlich keine fachgerechte Arbeit abgeliefert. Der hydraulische Abgleich und die korrekte Einstellung sind Förderungsvoraussetzung.
- so viele Starts können auf eine überdimensionierte WP hindeuten, alles über 5 kW wäre bei dir sicher viel zu groß - wir haben bei schwach isolierten 120 m² eine 5-kW. Welchen Typ hast du? Also, was steht an der Stelle vom "X" bei 186i-X AR TP70?
- die WP läuft gerne konstant über längere Zeit - wurde darauf geachtet, möglichst viele Heizkörper/Heizflächen möglichst dauerhaft aufgedreht zu haben? Könnte es sein, dass die Heizkörperthermostate fast alle zu sind und die WP ihr Heizwasser immer nur über ein Überströmventil schickt?
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Und was würde ein zu großer Pufferspeicher bewirken.
Für die Funktion der Wärmepumpe selbst kann der Speicher nicht zu groß sein auf jeden Fall wird sie weniger Takten. Der Nachteil eines unnötig großen Speichers sind die Kosten. Für Beschaffung, Installation und Betrieb. Nicht zuletzt muss auch der Platzverbrauch zu den Kosten gezählt werden.
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Die vorhandene Hydraulik entscheidet darüber, ob und wie es möglich ist, an ihr eine Wärmepumpe sinnvoll (also billiger als Öl und Gas) zu betreiben. Meistens ist es so. Umso mehr, wenn der Verbrauch moderat ist und 15 Heizkörper vorhanden sind. Wenn 11 immer offen sein können, ist das m.E. schon gut. Wie man der alten Dame entgegenkommt und wie sehr sie ihre Gewohnheiten ändern kann, muss man aushandeln. Wichtig ist die Botschaft, dass ständiges Abdrehen, um vermeintlich zu sparen, nicht zielführend ist - einige Zimmer aus Komfortgründen abzudrehen, ist vertretbar. Je mehr Geduld sie beim Aufheizen hat, nachdem ein Zimmer vorübergehend abgedreht war, desto näher kann die Vorlauftemperatur an das Effizienzoptimum heranrücken.
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Grundfläche 80qm, gut gedämmt, Jahresverbrauch mit Gas etwa 5000 kwh
So ein geringer Verbrauch erlaubt auch die Option, mit Infrarotpanels zu heizen. Betriebskosten dürften etwa 800 €/a höher sein als mit Wärmepumpe. Bei 16000 € für die Wärmepumpe, was selbst nach Förderung ein wahrscheinlicher Preis ist, wäre die Amortisationsdauer also 20 Jahre. Das noch ohne Opportunitätskosten und Wartungskosten der WP. Weiteres Plus: nervige Heizkörper und -rohre können raus. Es ist mehr Platz im Haus, der Heizungsraum ist leer.
Meine Mutter ist 80 - friert sie, dreht sie auf (3). Ist ihr zu warm, dreht sie zu (2). Versucht mal, ihr das abzugewöhnen...
Solange viele Heizkörper offen bleiben, kann sie die 2 - 3 Heizkörper, die ihr wichtig sind, abdrehen. Die paar % Effizienzverlust sind sicher den Luxus wert, wie gewohnt regeln zu können.
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Vorteil wäre doch auch man kann die Zeit überbrücken wo die Wärmepumpe damit beschäftigt ist WW zu machen, oder Sperrzeiten.
Da bitte nicht zu viel erwarten. 800 Liter können bei 5 K Temperaturdifferenz etwa 1 Stunde 5 kW überbrücken, und das auch nur bei voller Aktivierung. Das Haus selbst hat wesentlich mehr Speicherkapazität.
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Ich wollte zwischen der Ölheizung und dem Warmwasserspeicher einen 100l Pufferspeicher mit WT einbauen. An den WT wird die WP angeschlossen.
Kannst du vielleicht eine Skizze anfügen? Nach meinem Verständnis kann die WP so nur die Warmwasserbereitung unterstützen.
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erstmal vielen Dank an Hu und Erwin, aber meine Ölheizung bleibt und Luft/Luft geht garnicht.
Mir geht es um Erfahrungen aus bestehenden Anlagen!
Dann besteht da schon einmal Klarheit. Kannst du noch schreiben, warum du die Ölheizung behalten möchtest? Vielleicht wohnst du in einer Gegend/Höhenlage, die den Bivalenzbetrieb auf Grund der Jahresgradzahlverteilung wirtschaftlich macht - für 45*** Essen träfe das eher nicht zu. Oder geht es dir um Ausfallsicherheit? In dem Fall würde es im einfachsten Fall genügen, im Fall der Fälle mit Kugelhähnen die Heizquelle wechseln zu können.
Viele Anlagen sind mit zu viel Technik überladen und dadurch störanfällig.
Geht es auch einfach und unkompliziert?
Im Einfachsten Fall "WP direkt an Heizrohre", umschaltbar mit Kugelhahn. Dabei muss der Mindestvolumenstrom und das zur Abtauung notwendige Wasservolumen beachtet werden.
Die Einbindung der Wärmepumpe in den selben Pufferspeicher und automatische Umschaltung im Bivalenzpunkt sind höchstwahrscheinlich möglich, aber technisch entsprechend aufwendiger.
In beiden Fällen wäre es günstig, wenn du deine bestehende Hydraulik skizzieren könntest und, falls vorhanden, die Heizlastberechnung posten. Alternativ kannst du auch wesentliche Maße des Hauses (Wandflächen, -dicken, Dämmung), Innentemperatur, Region und bisherigen Verbrauch angeben, dann kann man mehr ins Detail gehen.
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Die Wärmepumpe wird voraussichtlich in 99,5 % der Zeit Wärme billiger bereit stellen als die Ölheizung. Insofern sehe ich den Sinn in ihrer Einbindung vor allem in der Redundanz. Die Installationskosten halten sich bei DIY im Rahmen, Wartungskosten und die Kosten des Platzverbrauchs für Öltank und -kessel bleiben.
Bei der Gerätewahl kommt es darauf an, dass im Zweifelsfall immer ein Techniker greifbar ist. Gute Geräte liefern eigentlich alle namhaften Hersteller. Viele DIYer nutzen Panasonic. Tausende € Mehrpreis für höhere Effizienz in den Nachkommastellen lohnen sich in der Regel nicht.
Alternative: Mit Luft-Luft-Wärmepumpe könntest du besonders preiswert in die Technik einsteigen, ohne irgendwas an der Ölheizung ändern zu müssen.