Posts by endif

    Hm, bei mir läuft HomeAssistent als Docker-Container auf einem kleinen Intel NUC (mit linux). Eigentlich alles prima, nur die Anbindung an die WP hab ich noch nicht (Parameter werden zwar in HA angezeigt, aber ich kann darüber nichts steuern, keine Parameter veraendern,). Deshalb hatte ich gefragt, wie Du das ggf. so machst....

    Ich habe das so gemacht: Jeden Tag den Gaszähler abgelesen und eine mittlere Außentemperatur. Das den ganzen Winter über. Dann kannst Du eine Grafik machen, indem Du auf der X-Achse die Außentemperatur und auf der Y-Achse die verbrauchte Wärmeenergie jedes Tages aufträgst (in kWh). Inzwischen mache ich das automatisch mit nem Ablesecomputer. Und die Wärmepumpe, die ich nun habe, kann das auch ausgeben. Ein Plot sieht dann etwa so aus:


    Es streut ziemlich, denn es sind ja auch Tage enthalten, wo die Heizung abgestellt war, wo niemand zuhause war etc... Deshalb muss man die Messung über mehrere Monate machen, sonst lernt man nix. Jetzt ne Gerade durch die Mehrheit der Punkte legen, so dass genauso viele Punkte über der Geraden wie drunter sind. (Das ist in etwa die hellblaue Kurve). Deren Lage und Steigung kann die Heizlast ergeben, wenn man die zur Normtemperatur hin verlängert, die ist glaube ich etwa bei -12 Grad. In dem Beispiel landet man da etwa bei 100 kWh pro Tag. Den Wert dann durch 24h teilen, und du bekommst die Wärmeleistung in Kilowatt. Also hier: 4 kW.


    Es ist dabei egal, wie hoch die Vorlauftemperatur ist, und auch fast egal, wie die Raumtemperatur ist. Mach es so warm, wie Du es normalerweise haben willst, also z.B. 21 Grad.


    Wenn Du Gas-Heizung hast und die Wärmeenergie aus dem Verbrauch ermittelst, darfst Du 20% des Verbrauchs abziehen (wegen des schlechten Wirkungsgrads).


    Bei ner Ölheizung ähnlich, (hier kommt noch der hohe Stromverbrauch hinzu, der nachher mit der WP dann gespart wird).

    Ohne nun Details zu kennen, finde mal raus, wie die Vorlauftemperatur (Sollwert) der Wp eingestellt ist. Am Legionellenprogramm kanns eigentlich nicht liegen (vor allem, wenn das aus war). Raumthermostate ist ein problematisches Thema (die Tatsache, dass Ihr die überhaupt habt), aber das muesste man mal separat besprechen. 45 Grad Warmwassertemp ist OK, wenns den Bewohnern fürs duschen reicht, wir haben etwas mehr, naemlich 47 Grad, aber das sollte OK sein. Vielleicht deshalb doch ab und zu mal das Legionellenprogramm starten (einmal pro Woche oder so,,,), aber das ist auch ein separates Thema. Ich vermute eher, dass der Fehöer beim Abtauen kommt. Aber beobachte das erstmal noch,,,,

    Die Alternative zur Zirkulationsleitung (mit Pumpe) wäre eine Frischwasserstation. Die Zirkulationspumpe, wenn sie dauernd läuft, verursacht erhebliche Verluste beim Warmwasser, 25% der WW-Bereitstellung und mehr kann passieren. Das hängt aber natürlich auch von der Dämmung der Leitung und des WW-Speichers ab. Deshalb macht man üblicherweise ne Schaltuhr an die Zirkulationspumpe. Frischwasserstation ist ebenfalls teuer in der Anschaffung, macht aber die Zirkulation überflüssig, keine Desinfektion des BW nötig (durch Aufheizung auf >55 Grad C). Da der Booster aber eine Art Durchlauferhitzer ist, kostet es Strom, und es ist zu überlegen, ob sich dann nicht einfach lohnt, die vorhandene Installation mit Durchlauferhitzern weiterzunutzen. Bei den Verbrauchskosten tut sich das nämlich alles nicht viel, und die Investitionen sind teuer. Wenn Du aber ne PV-Anlage planst, dann kann eine zentrale WW-Bereitung Sinn machen. Egal ob mit Zirkulation oder Frischwasserstation. Bei PV-Anlage > 11kWp evtl. Frischwasserstation, ansonsten vielleicht lieber Speicher und Zirkulation. Reihenhaus hat meist nur wenig Dachfläche, also wahrscheinlich <10kWp.


    Wegen des Energiebedarfs: Es müsste genauer geschätzt werden. Aber grob gesagt hast Du mit einer 7kW Monoblock-Wp noch genug Reserve. Das würde auch noch bei 13000 kWh/a Wärme passen. Lass Dir auf keinen Fall eine zu große WP andrehen. Die Nachteile sind größer als die Vorteile.

    Mei einem so moderaten Energieverbracuh (8000 bis 10000 kWh Gas) würde ich gar keine teuren Umbauten mehr machen. Ein 7kW Monoblock-Wärmepumpe würde es meiner Meinung nach tun. Damit hast Du dann ca 2600 kWh/a Stromverrbrauch. Selbst wenn Du davon die Hälfte durch Umbauten einsparen könntest, wäre das aber ja nur 300 EURO pro Jahr. Ein Umbau/Dämmung etc. dürfte dann nur so ca 6000,- EURO kosten, damit sich das irgendwie lohnt. Besser ist es, dafür z.B. ne PV-Anlage zu instalieren.

    Bei der Entscheidung ob 200l oder 300l Bracuhwasserspeicher, würde ich Platz-Erwägungen hinzuziehen. 200l reichen aus, es sei denn, Du hast 3 Teenager im Haushalt.

    Ansonsten scheint mir der Verbrauch mit 2300 kWh Strom pro Jahr für Heizen in Ordnung. Nicht toll, aber OK. Wenn ihr in allen Etagen FBH habt, dürfte es etwas weniger sein (z.B. 2000 kWh/a). Beim Warmwasserverbrauch kommt mir das aber hoch vor. Aber wenn Ihr 3 Teenager im Haus habt, mag das auch passen. Bei nur 2 Personen sollte es deutlich unter 1000kWh/a Strom sein. Bei uns ist es z.B. 650 kWh/a Strom für Warmwasser. Wir haben die WW-Temp auf 47 Grad C stehen, einen 200l Speicher und die Hysterese auf Maximal (also 15 Grad). Das ist nicht die Standarteinstellung aber passt für uns (nur einmal am Tag wird nachgeladen, oder nach 2 Duschvorgängen oder einer Badewanne). Schau mal auf Deine Zirkulationspumpe. Hier könnten die Verluste auftreten. Bei uns läuft die nur 30 Minuten am Tag, einmal. Desinfektion einmal pro Woche auf 55 Grad (variabel getriggert, im Sommer bei PV-Überschuss, also tagsüber). Der Verbrauch sollte etwa 1.5 kWh Strom pro Duschvorgang sein. Damit kann man eigentlich immer gut Rechnen.

    Um einen Ahaltspunkt zu haben, wo die VL hin sollte, wir haben 32 Grad (bei 0 Grad aussen). Haben eine Etage FBH und den Rest Heizkörper. Wenn du ausschliesslich Heizkörper hast, also nirgendwo FBH, dann kann es auch etwas mehr sein (Richtung 40 Grad), aber viel mehr dürfte es in einem normalen Haus (Ausser >50 Jahre alter Altbau) nicht sein. Wenn Du mehr VLT hast, dann läuft die Anlage unnötig ineffizient. Warm wird es natürlich trotzdem. Also wie schon beschrieben: Alle Thermostate ganz auf (oder abmontieren) und so lassen. Nun such Dir einen Raum aus, wo Du/Ihr Euch tagsüber aufhaltet und wo es gut warm sein sollte, also ggf auch das Badezimmer. In diesem Raum dann die Temperatur beobachten und wenn die zu warm wird, die VLT an der WP solange schrittweise senken, bis es dann in diesem Raum passt. Die anderen Räume können dann kühler sein (z.B. Schlafzimmer) oder vielleicht auch zu warm. In diesem Fall, dass nun einige Räume zu warm werden, darfst Du dann den Thermostat an den Heizkörpern dort einstellen, um diese kühler zu bekommen. Dabei bleiben die Thermostate aber in mindestens einem Raum (s.o.) natuerlich dauerhaft offen (und können definitiv abgebaut werden).

    Achte darauf, dass das Aussengerät nicht eingeschneit ist. Oder vereist. Dann schafft die WP die Leistung nicht mehr. Wenn eingeschneit, vorsichtig von Schnee befreien, wenn vereist, dann mit Lauwarmem Wasser die Lamellen begiessen, bis wieder genügen Fläche vom Waermetauscher Luftdurchgängig ist. Danach die Defrost-Einstellungen überprüfen.